Metro Sessions – Ein Fotoessay
METRO SESSIONS
–
EIN FOTOESSAY
MICHI MACKRODT
TEXT & FOTOS – PHIL PHAM

00:00H
lights out
spot on
skate

01:40H

Es ist kalt. Es ist Nacht und draußen ist es dunkel. Menschen durchqueren den langen Tunnel im Eiltempo, um möglichst schnell nach Hause zu kommen. Der Winter hat die Stadt fest im Griff. Lange möchte man sich nicht draußen aufhalten, höchstens vielleicht, um von einem Glühweinstand zum nächsten zu pilgern.
0.00°C
Wenn die Gradzahlen purzeln und die Stadt sich in einer weißen Decke einmummelt, verkriechen sich die Menschen in ihren Häusern und die Bürgersteige werden hochgeklappt, sobald es dunkel wird. Die vier Rollen rollen allerdings weiter. Die langen, kalten U-Bahntunnel sind belebt.

Wenn die Ubahn steht, die Stadt schläft, geht es nicht um Fahrkarten und Haltestellen.
Menschen schauen uns an. Verstehen nicht so recht. Wir haben Spaß, manchmal in der Gruppe, manchmal auch alleine. Was macht ihr da? Und wieso haltet ihr euch im U-Bahntunnel auf? Habt ihr kein Zuhause? Menschen fühlen sich belästigt, aber nicht bedroht. Skateboards sind keine Bedrohung. Wenn Menschen etwas nicht verstehen, fühlen sie sich belästigt. Vielleicht sind sie auch einfach nur neidisch. Denn es gibt tatsächlich etwas Besseres, als Zuhause eingemummelt vor der Glotze zu sitzen: bei 0°C im Ubahntunnel auf seinem Brett herumzuheizen.
